1.1. Grundregeln für das feuerverzinkungsgerechte Konstruieren      <<< zurück


Auch für das Feuerverzinken gilt die alte Redensart „Korrosionsschutz beginnt bereits am Reissbrett". Es gibt einige Regeln, die bei der Konstruktion und Fertigung beachtet werden müssen. Einige grundlegende Informationen sind hier zusammengefasst.

Zwei Grundsätze sollten auf jeden Fall beachtet werden:
Erstens ist zu beachten, dass das Feuerverzinken ein Tauchverfahren ist, daher muss sichergestellt werden, dass das flüssige Zink alle Ecken und Winkel einer Konstruktion erreichen kann, um hier einen dichten lückenlosen Zinküberzug aufbauen zu können.

Die zweite Grundregel dient der Sicherheit, sie besagt, dass dafür gesorgt werden muss, dass Hohlkörper an geeigneten Stellen mit Öffnungen versehen werden müssen, die ein Ein- und Ausströmen von allen Behandlungsmedien und der Luft sicherstellen.

Hier finden Sie einige Grundregeln, die bei der Konstruktion und Fertigung zu berücksichtigen sind:
- Grundsätzlich können alle Baustähle, einige niedrig legierte Stähle und die meisten Gusswerkstoffe feuerverzinkt werden.
- Art, Form und Größe von Konstruktionen und Einzelteilen sollten die Abmessungen des Verzinkungsbades berücksichtigen (Achtung: Beckenabmessungen sind nicht gleich Arbeitsabmessungen!). Bei Sonderabmessungen sollten Sie zuvor den Rat der Verzinkerei einholen.

- Hinweise für die Anbringung von Entlüftungsöffnungen an Hohlkörpern sind zu beachten.
- Um einen Zusammenbau zu ermöglichen, ist bei Schrauben–Verbindungen ein zusätzliches Spiel von mindestens 1 mm vorzusehen.
- Weichlöt–Verbindungen sind zum Feuerverzinken ungeeignet, da die Schmelztemperatur des Lotes zu niedrig ist.
- Keine alten Farbbeschichtungen, Schweißschlacken oder andere artfremde Verunreinigungen auf der Stahloberfläche belassen.
- Gussteile sollten durch Strahlen von Formsand und Rückständen gereinigt werden.
- Überlappende Flächen sind möglichst zu vermeiden; wenn dieses nicht möglich ist, sollte in geeigneter Weise eine Entlüftung der Spaltfläche vorgesehen werden.
- Bei größeren Konstruktionen müssen geeignete Aufhängevorrichtungen vorhanden sein.
- Achten Sie darauf, dass Stahlteile eine hinreichende Steifigkeit besitzen, damit sie sich nicht beim Feuerverzinken durch ihr Eigengewicht bereits verziehen.
- Beim Verzinken von Blechkonstruktionen sollten Sie durch geeignete Maßnahmen (z.B. durch Sicken) für eine hinreichende Steifigkeit der Blechfelder sorgen, um einen Verzug oder Verwerfungen zu vermeiden.

Beispielkonstruktionen
Um ein Werkstück überhaupt verzinken zu können, muss es dafür vorbereitet werden. An dieser Stelle möchten wir Ihnen anhand von Beispielen zeigen, wo und wie Zulauf- und Entlüftungsöffnungen angebracht werden können, damit die Verzinkung problemlos durchgeführt werden kann.

Die Titanic sank nur deshalb so langsam, weil das Loch so klein war. Analog dazu verhält es sich bei Bauteilen mit zu gering dimensionierten Öffnungen. Die Folge ist eine Verlängerung der Tauchdauer, wodurch wiederum der Überzug dicker wird und dadurch ein schlechtes Oberflächenbild entsteht.

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